Sprachschwierigkeiten

Bis vor anderthalb Jahren hatte ich den Traum, irgendwann durch Südamerika zu wandern, um mir Schädel aus den Pyramiden zu klauen. Ich dachte, sie würden sich gut in mein Zimmer fügen. In dem Alter hat man es nicht so mit der Moral, ich war lediglich gerade erwachsen. Dann fiel mir auf, dass ich Spanisch sprechen müsse, um durch Südamerika zu pilgern. Geld, dachte ich, Geld ist die Sprache aller. Dann fiel mir auf, dass ich kein Geld habe, um Bestechungen durchzuführen. So einfach zerdenkt man sich Träume. Dass ich in der Schule dann Spanisch hatte und gnadenlos versagte, lasse ich in der Nacherzählung solcher Geschichten gerne aus. Das ist einfach nicht relevant.

Spanisch. Warum ich so schlecht bin, weiß ich gar nicht. Ich habe mir gesagt: „Uäh. Is’ ja doof. Ich kann das eh nicht!“, – um dem Leser von vornherein zu sagen: Nein, so denke ich nicht wirklich, im Rahmen der zeitlichen Möglichkeiten kürze ich kreativ ab. – und so konnte ich nicht.

Es ist mir vielleicht nicht deutsch genug. Die Engländer sprechen auch nur Deutsch in anders. Die Spanier hingegen sprechen solch eine Fantasiesprache, die nicht mit der deutschen Sprachfülle zu vergleichen ist. Und sie lispeln und sind Meister darin, ihre Mitmenschen dabei einzuspeicheln.

Ich fange schon wieder damit an, ich blocke ab. Kein Wunder, dass ich so grandios schlecht bin. Es ist alles eine Frage der Psyche und die war bei schon immer eine Frage des Geistes.

Um eine Sprache zu erlernen, soll es helfen, ein Land zu besuchen, in dem die Sprache gesprochen wird. Warum sollte man nach Spanien? Mit etwas Googlearbeit fand ich auf http://www.spanien.net interessante Informationen rund um das Land – die Westgoten waren mal da. Und die Franzosen. Franzosen, das ist wieder so eine Sache. Die sprechen ja Französisch, die Mädchen sind schön, aber sie sprechen…

Spanien.

Die Spanier schlafen mittags, arbeiten abends, die Spanier haben eine abwechslungsreiche Geschichte, es waren Araber da, dann lebten dort die Christen, dann die Diktatoren – ich frage mich, warum ich noch in Deutschland lebe. Deutschland bin ich langsam durch.

Ich kenne die Leute des Ostens, berührter Luthers Esstisch und kenne norddeutsche Moorleichen beim Namen. Das ist doch langweilig. Jetzt nehme ich die Katholiken von da unten. Vielleicht wandere ich auch wie Hape Kerkeling aus Frankreich los. Dann kommt eine nette Französin mit – die beste Art eine Sprache zu lernen, nicht?

Wie sagte Hape? „Ich bin dann mal weg.“ Vielleicht fragt man mich dann auch, ob ich Wetten, dass…? übernehmen möchte, ich stehe bereit. Me gusta!

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2 Antworten zu “Sprachschwierigkeiten

  1. Ich werde im Sommer wohl erst einmal mit dem Fahrrad nach Berlin fahren, ich habe also gar keine Zeit, diese sportliche Hürde auf mich zu nehmen. Welch ein Pech. Dafür lerne ich ostdeutsche Dialekte. Ob mir das beim Abitur hilft?

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