Gedankensprünge der Nacht I

Nach Jahren der Abwesenheit, hier ein neuer Text. Er ist nicht formatiert, nicht selektiert, nicht korrigiert, nicht… eigentlich gibt es also keine Gründe ihn zu lesen. Und genau darum möchte ich ihn euch ans Herz legen. Guten Tag.

Warum sieht der Kakao auf der Kakaopulverpackung meist viel dunkler und unappetitlicher aus, als er eigentlich ist? Warum sagen die Leute, sie gehen auf Toilette, wenn sie doch nur auf der Schüssel sitzen? Immer im Kreis herum, immer im Kreis herum, Kopfkino.
Mein Hirn ist anders als das der anderen. Mein Hirn denkt anders als die der anderen. Manchmal habe ich das Gefühl, mein Hirn ist gar kein Hirn, mein Hirn ist ein mit Hormonen durchfluteter Supercomputer, der mit Viren gespickt ist. Wer hat mich programmiert und warum versteht mich ein niemand? Irgendwie bin ich wohl wie alle anderen. Anders. Normal. Vollkommen blöde.
Das Leben ist schon komisch, finde ich. Ich finde nicht, dass es zum Lachen ist. Okay, manchmal ist das Leben auch zum Lachen, aber in der meisten Zeit ist das Leben keine Komödie mit Badammtusch. Im normalen Leben ist das Leben, das Real Life, irgendwie weird. – Ist das nicht grausam, fallen einem nur englische Bezeichnungen ein? Was ist mit der schönen deutschen Sprache? Lieber Leser, des Deutschen Sprache geht kaputt und Sie sitzen da, als ob es Sie nicht interessiere! Welch Dramatik dieser Moment für die Zukunft unserer Worte hat. Und niemand klatscht. Berühmt wollte ich mal werden, berühmt, Applaus wollte ich bekommen, Applaus. Nun sitze ich hier, es ist Nacht, und niemand klatscht. Das ist öde. Ich sollte mir Audios mit Klatschgeräuschen anhören. Standing Ovations nur für mich. Um ehrlich zu sein, das stelle ich mir manchmal vor. Das Küchenfenster ist mein Fenster zur Welt, die Flurwand der Rand der Bühne. Ich bin Niko Christ Superstar und alle klatschen. Alle Menschen, die da stehen beobachten mich beim Staubsaugen und klatschen. Mittlerweile staubsauge ich, so stelle ich es mir vor, nur noch, damit die Leute zufrieden sind. Ich bin doch reich, ich muss nicht staubsaugen. Aber was will man machen als reicher Star. Tja, will man den Mob zum Kochen bringen, will man seinen Schädel auf dem Marktplatz sehen? Soll RTL und ProSieben eine Trauershow mit meinem Namen senden? Nein. Da sauge ich. Ich sauge auch, weil es Mama glücklich macht und weil ich sonst Sanktionen zu erwarten habe und wenn Mama das liest, ja, ich lüge. Ich habe noch nicht gesaugt. Ich sollte auch nur die Spülmaschine ausräumen, Mama. Ja, das mache ich jetzt. – Ihr seht, Mama will mich arbeitend sehen. Schaut doch durch’s Küchenfenster und klatscht. Ich bin da, Fans. Gute Nacht.

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