Jugendlicher 1.1 – Deutsche Rohfassung

Des weiteren kann man zu mir sagen – ich bin’s übrigens, Jonathan, Moin – ich bin Deutscher. Deutscher, durch und durch. Nationalsozialistische Parolen sind hier unangebracht. Ich bin einfach ein Kulturfreak und Deutschland gibt da schon etwas her. Ach, was sage ich, Sie wissen natürlich Bescheid. Wer kennt nicht die Gefallenen von der Völkerschlacht bei Leipzig mit Vornamen oder ganz simpel den Jungen von Kayhausen, den man wahrscheinlich auf Grund einer Behinderung im Moor versenkte. Deutschland, das Land der Dichter, Denker und Deppen. Es bietet eine unglaubliche Vielfalt, von dem Buchdruck, über Forschung, zum Wissen und den Krankenversicherungen. Ich fühle mich zu Hause, da, wo ich bin. Auf dem Land. Zwischen den Feldern. Zwischen dem nichts. Zwischen den Gebieten ohne DSL. Ach, verflucht, etwas mehr könnte schon los sein. Aber ich bin froh ein Deutscher zu sein. Nicht zuletzt hat Guido Knopp es mir so beigebracht. Ich könnte eigentlich auch gar nicht weg. Ich beherrsche andere Dialekte fließend, aber die Menschen… also ich weiß nicht. Als Norddeutscher ist man eigen. Gefühlskalt beschreiben außen stehende diese Fischköppe. Wahrscheinlich nur, weil hier nicht so rumgesuselt wird mit Bussi hier und Bussi da. Ätzend, aber auch deutsch. Mir gefällt diese Reinlichkeit, dieses preußische. Apropo Terminpünktlichkeit. Hier bin ich definitiv nicht deutsch. Das müssen meine holländischen Vorfahren sein. Diese Drömmelköppe. Also mal wirklich.

Wenn ich schon anfange, so wie es unsere deutsche Natur zu sein scheint, andere Völker zu beleidigen, stellt sich natürlich die Frage, ist es peinlich Deutscher zu sein? Ich will hier niemals weg, also auf lange Zeit, aber, dürfen wir uns irgendwo anders überhaupt auf lange Zeit zeigen? Nun, wir haben ja bekanntlich unsere Kolonien, Ballermann und diese anderen Orte, wo sich Idioten, die Birne voll laufen lassen und Botschaftertöchter von billigen Grabschern gevögelt werden. Dazu hört man romantische Musik ala Bamm Bamm Bamm. Aber wird uns unser Landerweiterungsstil auf kriegerische Art noch nach gehalten, obwohl, und ich möchte hier betonen, ich bin weitaus links, es schon lange her ist? Bei den Amerikanern gibt’s den Mann mit nicht modischer Bartfrisur noch und in Österreich sind Herkunftsdiskussionen auch nicht zu führen, wenn man heile nach Hause kommen möchte. Man fragt sich dann, ob wir keine neuen Idole aus Deutschland vorweisen können. Neue Deutsche, die geliebt werden, weil oder gerade deswegen sie halt keine Haare in der Fresse haben. Tokio Hotel? Udo Jürgens… ach, der war ja Österreicher… wir sind verloren.

Ich will also nicht auswandern und zurück kommen. Kabel1 wird auch so schon genug Leute finden, die Länder ohne Demokratie schöner finden, da brauchen sie nicht auch noch mich.

Nun sitze ich also hier.

Mir gehen die Leute hier aber auch auf die Nerven. Ich sollte wohl doch auswandern.

Demokratie wird sowieso vollkommen überbewertet. Oder nicht? Mehr, Montagabend auf Kabel1.

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